Was
die Fauna betrifft, muss man sofort sagen, dass das einzige
giftige
Reptil, die Viper, sich ausschliesslich auf den Inseln Elba
und Montecristo
befindet. Die groesseren wilden Tiere sind wegen der undisziplinierten
Jagd
fast voellig verschwunden.
Die Wildschweine, deren Zahl rasend ansteigt, leben hier
noch, weil nach dem
Aussterben der Maremmenart das mitteleuropaeische Wildschwein
eingefuehrt
worden ist, das sich staerker vermehrt und das die wilde
Vegetation und die
angebauten Pflanzen staendig bedroht.
Auf der Insel Montecristo sind die wilden und oeden Gebiete
das ideale
Habitat fuer die Ziege von Montecristo, die wahrscheinlich
von den Moenchen
im Hochmittelalter eingefuehrt wurde und heute nur hier,
auf Kreta und in
einigen Gebieten Anatoliens vorkommt.
In den Klippen wurden in letzter Zeit auch einige Moenchsrobben
gesehen, von
denen man annahm, sie seien schon aus dem Mittelmeer verschwunden
- ein
positives Zeichen fuer die Ergebnisse der Initiativen zum
Schutz der Natur.
Auf der Insel Giglio haben Privatleute das Mufflon eingefuehrt,
von dem sich
wenige, in Pferchen eingesperrte Exemplare, auch auf der
Insel von Capraia
befinden. Eidechsen, Smaragdeidechsen, Geckos und Laubfroesche,
zahlreiche
endemische Tierarten, die Forscher unter den wirbellose Tieren
und vor allem
in der Familie der Weichtiere gefunden haben, ergaenzen das
faunistische
Bild des Archipels, dessen Aushaengeschild aber die reiche
Vogelwelt ist,
die die Toskanische Inseln zum Lieblingsziel für Ornithologen
von ganz
Europa macht. Alle typische Voegel des Mittelmeeres ueberwintern
hier und
nisten in den Klippen, der Macchia und den Waeldern, und
das Toskanische
Archipel wird somit zu einem unglaublich wertvollen Schutzgebiet
fuer das
Ueberleben und die Fortpflanzung zahlreicher Tierarten. Auf
den Gipfeln de r
Berge nistet der Wanderfalke: alle Freunde des Birdwatching
werden
begeistert sein, denn sie koennen sich hier die Zeit vertreiben
mit der
Suche nach dem Mauerlaeufer, dem Kormoran mit Federhaube,
der sich in der
Sonne aalt, um seine Fluegel zu trocknen, sowie nach dem
Sturmtaucher, der
hier nistet und nur ein Kueken auf einmal grosszieht, nach
dem Mauersegler
und der blassen Alpenbraunelle. Aber die toskanischen Inseln
beherbergen
auch den Maeusebussard und den Wanderfalken, einen Raubvogel
von
ausserordentlicher Schoenheit, den Kolhraben, den Wiedehopf,
den Reiher"
cenerino" und den Pirol mit seinem grellen gelben Federkleid.
Die Inseln
Elba und Pianosa sind die letzten Gegenden zum Schutz des
Rothuhnes, das auf
den Huegeln und in der Naehe von Anbauflaechen lebt und wegen
der
ruecksichtslosen Jagd schwer bedroht ist. Im Toskanischen
Archipel lebt auch
eine der seltensten Moewenarten - die mit dem roten Schnabel
- die durch den
Anstieg der Zahl von Koenigsmoewen schwer bedroht ist, welche
groesser und
aggressiver sind, und von der ungeregelten Bautaetigkeit
der letzten Jahre
wenig geschwaecht und daran gewoehnt sind, sich auf Muelldeponien
zu
ernaehren. Die Moewe mit dem roten Schnabel ist von der Parkverwaltung
des
Toskanischen Archipels zum Symbol gemacht worden: sie birgt
in sich die
Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft fuer alle Tierarten
des Archipels, eine
schwierige Aufgabe, die von denjenigen geteilt werden sollte,
die diese
wunderbare Landschaft besuchen meochten, indem man sich daran
erinnern, dass
diese Welt nicht unsere eigene ist, sondern dass wir sie
nur von unseren
Kindern geliehen bekommen haben.
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