Die
Funde auf Elba, Capraia, Gorgona, Pianosa und Montecristo
erzählen von
den antiken Bewohnern dieser Gegend, die die Schifffahrt
nicht kannten, eine Ü
berraschung, die leicht erklärbar ist: in fruehneolithischer
Zeit konnte
man nicht von Inseln sprechen. Elba, Capraia, Gorgona, Montecristo
und
Pianosa formten zusammen eine lange Halbinsel, die in neolithischer
Zeit
auseinaderbrach und so dem aktuellen Archipel seine heutige
Form verlieh.
Etwa 2000 Jahren vor Christus wurden die toskanischen Inseln
von den"
Rinaldoniani" bevölkert, einem Seefahrer-und Kriegervolk,
das aus dem
Gebiet von Bolsena stammte. Sie kannten schon die Metallbearbeitung
und
waren auf der Suche nach Kupferminen. Noch heute kann man
in der Hoehle San
Giuseppe nahe Rio Marina auf Elba die Grabstätte und
etwa 50 gut erhaltene
Skelette dieses Volkes sehen, während auf Pianosa einige
kuenstlich
angelegte Brunnen erhalten sind. In der Zeit vor der Etruskern
ist das
Archipel von Zeit zu Zeit von den Liguren oder anderen subapenninischen
Völkern besucht worden, aber die Ankunft der Tirrener
hat die Inseln in die
Spirale der Geschichte und der Völkerwanderungen hineingezogen.
Raffinierte
Künstler, Astronomie- und Hydraulikexperten, Gründer
großer prachtvoller
Städte, gewöhnt an den Luxus ihrer Villen, Gründer
eines Schreibsystems und
mathematischer Zeichen: all dies sind die Merkmale der Etrusker,
die um das
8. Jh. v.Chr. in die Toskana gelangten. Von hier aus breiteten
sie ohne
Gewalt und Krieg ihren Einfluss auf die hier heimischen Völker
aus. In dieser
Zeit begann der intensive Abbau von den Mineralien auf den
Inseln
Elba und Giglio, die das Eisen für die Herstellung etruskischer
Meisterwerke
lieferten. Aber mit der Zeit dienten die Mineralien der Hauptinseln
des
toskanischen Archipels nicht nur zur Herstellung kostbarer
Ornamente,
sondern auch zur wirtschaftlichen Behauptung und zur Verbreitund
ihrer
politischen Einfluesse. Da die Griechen die etruskischen
Schiffe plünderten,
beschloss man, die Metalle auf dem Landweg durch den Lazio
und die Region
Kampanien zu transportieren. Das war der Beginn der berühmten"
Eisenstrasse", die von Populonia bis zum nahen Osten
den Transport in
weniger als einem Monat sicherte. Dies erlaubte den Tirrenern
auch die
Verbreitung ihrer Kultur und ihrer Sitten. Nach der Niederlage
der Griechen
gegen die Etrusker, die sich mit den Karthagenern verbündet
hatten,
verlängerte sich die "Eisenstrasse" dank des
Sieges über Korsika: so
gelangten die toskanischen Mineralien bis in den extremen
Norden Europas. |
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