Im
Jahre 67 v.Chr. sollte ein römisches Gesetz die Pluenderungen
der Piraten
im Mittelmeer unterbinden. Dies hatte war die intensive Ausbeutung
der
Bergwerke Elbas zur Folge, deren Eisen zur Waffenherstellung
fuer die
Schiffe diente, um die Angreifer zu besiegen. Gleichzeitig
gewann man aus
den Bergwerken auf Montecristo die gruenen Steine, die als
Schmuck
römischer Patriziervillen auf dem Festland dienten.
Mit dem Sieg ueber die
Piraten endete auch die Ausbeutung der Bergwerke und so entstanden
an der
Küste der toskanischen Inseln lebhafte Handelshäfen:
man exportierte Wein,
getrockneten Fisch, Edelsteine und landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Luxuriöse römische Patriziervillen wurden erbaut:
einige dieser reichen
Herren hatten ihren Aufenthaltort auf diesen Inseln frei
gewählt,
andere
wurden dort vom Kaiser auf die Inseln abgeschoben, wo sie
fern von der Macht
waren. Dies ist der Fall von Agrippa Postumo, der vom Kaiser
Augustus,
seinem Onkel, auf die Insel Pianosa geschickt worden war,
da ihm nachgesagt
wurde, er hasse die regierende Familie. Giglio und Giannutri
gingen in den
Besitz der Nachkommen des irren Kaisers Nerone, aber auch
Capraia, Grogona
und Elba haben Zeugnisse dieser Patriziervillen. Zur Zeit
der
Christenverfolgungen wurden viele der ersten Christen auf
die Inseln
verbannt, wo sie Katakomben und Einsiedeleien bauten, die
den Grundstein
fuer das Klosterleben in ganz Europa legten. In Piano auf
Capraia bauten die
Mönche ein kleines Kloster und die Kirche Santo Stefano
Protomartire, um
ihren spirituellen Durst zu stillen. Es folgten die Klosteranlagen
auf
Montecristo und Gorgona. Im 6. Jh. liess Papst Gregorius
Magno auf Gorgona
ein Kloster erbauen, wohin die revolutionären und nicht
nur dem geistlichen
Leben zugetaenden Mönche exiliert wurden. Auf Montecristo
war das Kloster
San Mamiliano Zentrum des Klosterlebens bis hin zum 16. Jh.,
als es vom
Piraten Dragut geplündert wurde. Man erzählt, dass
er einen wunderbaren
Schatz fand, dessen Existenz die Phantasie des Schriftstellers
Alexandre
Dumas entfachte, der die Abenteuergeschichte ueber die Suche
nach der
Schatztruhe in seinem Roman "Der Conte von Montecristo" erzählt.
Nach langen
Jahren des Verfalls, der mit den Invasionen der Barbaren
auf der ganzen
Halbinsel uebereinstimmt, kommt das Archipel im 10.Jh. wieder
zu neuem
Glanz, als die Republik Pisa die Inseln kauft, um die Bergwerke
wieder in
vollen Gang zu setzen. Es beginnt eine fuer die Wirtschaft
aeusserst
positive Zeit dank der Wiederinbetriebnahme der metallurgischen
Aktivitäten
auf Elba und Giglio und da die kleineren Inseln an den Handelswegen
dieser
Mineralien liegen. Diese friedliche Zeit dauert aber nicht
lange an, denn
die Seerepublik Genua greift Pisa an, um die Vorherrschaft
auf dem
Mittelmeer zu erlangen. In der entscheidenden Schlacht bei
Meloria im Jahre
1284 wurde Pisa besiegt und fuer die Bewohner der Inseln,
die bis zuletzt
ihren Herren treu geblieben waren, begann der Abstieg, der
im 14.-15. Jh.
bis zur Hungersnot führte und die Inseln fast ohne Einwohner
hinterliess.
Das Archipel ging daraufhin in den Besitz verschiedener Signorien,
die von
Zeit zu Zeit beschlossenden, die Inseln an den Meistbietenden
zu verkaufen.
Aber im 16. Jahrhundert beruehrten neue blutige Ereignisse
die Küste der
toskanischen Inseln, die wegen ihrer strategischen Position
seit jeher in
den politischen Plänen der Herrscher Europas waren. |