Wenn
Sie die Natur lieben, Erholung vom Trubel der Stadt suchen
und das
mondaene Leben Sie nicht fasziniert, dann ist Capraia der
ideale Ort fuer
Sie! Capraia ist praktisch unberuehrt und vom Zement verschont
geblieben,
der anderswo die Natur verdraengt hat, um Unterkuenfte fuer
Touristen zu
schaffen - diese Insel bewahrt ihren wilden und unberuehrten
Aspekt:
Steilkuesten und nur ein einziger Sandstrand, Mortola, der
dem Wind
ausgesetzt ist und nur auf dem Seeweg erreicht werden kann.
1986 wurde das
Gefaengnis, das etwa zwei Drittel der Insel einnahm, endgueltig
geschlossen,
und die Insel wurde fuer Touristen geoeffnet. Erst seit kurzem
konnte mit
der Instandsetzung der Wanderwege und der ehemaligen Gefaengnisbauten
im
Ortszentrum begonnen werden. Der kleine Hafen von Capraia
ist mit der
Ortschaft durch die einzige asphaltierte Strasse der Insel
verbunden. Auch
aus diesem Grunde sind die Unterkunftsmoeglichkeiten aeusserst
begrenzt,
aber natuerlich auch um so malerischer: der von der Festung
San Giorgio
ueberragte Ort bewahrt heute noch seine intakte, urspruengliche
Struktur:
Haeuser mit dicken Mauern zum Schutz gegen eventuelle Invasoren
und um die
Hitze abzuhalten. |
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Die pastellfarbenen Fassaden, die grossen, luftigen Terrassen
und die mit
Bouganville bewachsenen Lauben vervollstaendigen den Zauber
der typischen
Haeuser von Capraia. Die kunsthistorischen Schaetze der Insel
sind zahlreich
und zeugen von den Kulturen, die sich im Laufe der Jahrhunderte
auf der
Insel abgewechselt haben. Eine Besichtigung von Capraia sollte
am Turm Torre
del Porto beginnen, der 1510 nahe des Franziskanerklosters
errichtet worden
war, um die Bucht zu ueberwachen und die Festung San Giorgio
zu schuetzen.
Die Franziskaneranlage aus dem 17. Jh. liegt in der Naehe
von Punta del
Fanale: 1873 wurde sie Sitz des Gefaengnisses und deswegen
wurde auch die
kleine Kirche in barockem pisanischem Stil entheiligt, die
man noch heute
besuchen kann. Der "Palazzone", wie der Name schon
sagt, ist das groesste
Gebaeude der Insel, das 1838 auf Wunsch der Savoia entstand,
die mit einer
Zigarrenfabrik die Wirtschaft der Insel in Schwung bringen
wollten. Die
Festung Forte di San Giorgio - heute leider nicht zu besichtigen
-
ueberragt die Siedlung Capraia: der Hauptteil wurde 1100
von den Pisanern
erbaut, waehrend die nachtraeglichen Festungsteile von der
Seerepublik Genua
und vor allem von der Bank Banco di San Giorgio errichtet
wurden. Auf dem
Portal kann man ein Basrelief bewundern, das den Heiligen
bei seinem Sieg
ueber den Drachen zeigt; ein aehnliches Werk im Inneren der
Kirche zeigt die
Verkuendigung. Der eindrucksvolle, auf einer steilen Klippe
ueber dem Meer
stehende Turm Torretta del Bagno, stammt aus dem 15. - 16.
Jahrhundert und
bot wahrscheinlich einen Fluchtweg aus dem Inneren des Forte
San Giorgio.
Auf einem Bummel ueber die Insel Capraia trifft man auch
auf die Ruinen von
Torre della Regina, in dominierender Lage auf gleichnamigen
Spitze gelegen,
eine Trockensteinkonstruktion, die an die sardischen Nuraghen
erinnert, auf
den Torre dello Zenobito an der Suedspitze der Insel und
auf die
eindrucksvolle Kirche Santo Stefano Protomartire. An der
Piazza Milano
befindet sich die 1759 errichtete Kirche San Nicola, die
mit Perlmutt
verziertes Kircheninventar aufweist, Werke einheimischer Kuenstler. |
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