Die
Wirtschaft des toskanischen Archipels
Die großen staatlichen Eingriffe in die
Wirtschaft sind auf den Zweiten
Weltkrieg zurückzuführen, als die Bauwirtschaft
und der Wiederaufbau der
Infrastrukturen unterstützt wurden. Diese nicht immer
gelungenen Versuche
sollten der Arbeitslosigkeit, die der Schließung des
größten
Metallbearbeitungs-Komplexes folgte, ein Ende setzen. Heute
stützt sich die
Wirtschaft der toskanischen Inseln auf den Tourismus, mit
Ausnahme jener
Teile des Archipels, die vollkommen der Forschung oder der
Erhaltung der
Umwelt gewidmet sind und deshalb den Besuchern nicht zugänglich
sind. Die
Dienstleistungen und Aktivitäten um den Tourismus sind
der auslösende Faktor
der Wirtschaft der toskanischen Inseln und stellen das Haupteinkommen
seiner
Bewohner dar: die Leitung der Unterkünfte, die Restaurants,
die
wirtschaftlichen Aktivitäten und alle die Dienstleistungen,
die dem
Touristen angeboten werden, garantieren den Touristen einen
angenehmen
Aufenthalt und lassen Geld in die Taschen der Inselbewohner
fließen.
Auf den meisten toskanischen Inseln hat der Tourismus eine
industrielle Form
angenommen. Aber zum Glück hat der Bauboom der siebziger
Jahre die Schönheit
dieser Inseln nicht mit Zement übergossen. Besonders an
der Küste, wo man
auf den Tourismus gesetzt hat, ist die typische Landschaft
und Bauweise
erhalten geblieben und eine globale Zementflut ist abgewehrt
worden, die mit
den vielen gleichen Residences dem gesamten Archipel einen
traurigen Anblick
verliehen hätte. Dennoch bilden Bars und Restaurants,
Hotels und
Feriendörfer, Nachtlokale, Discos und Vergnuegungsparks,
die auch den
anspruchvollsten Anfragen gerecht werden, das pulsierende
Herz der
toskanischen Inseln. Neben diesem nicht allzu erstaunlichen
wirtschaftlichen
Aspekt des zugänglichen Teils des Archipels, ist der
Schiffsbau ein weiterer
Erwerbszweig der Insel: Schiffe sind hier das Haupttransportmittel.
Die
Landwirtschaft hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen,
nachdem sie
Anfang des Jahrhunderts eine totale Landflucht verspuerte,
da eine Epidemie
alle Weinberge vernichtete. Der Verlust der Besitze und der
leichte
Verdienst in den Bergwerken trugen zur Auswanderung bei,
die fast alle
Bereiche auf den Inseln des Archipels anbelangte. Eine Ausnahme
bildete
Montecristo, wo man wegen des felsigen Untergrundes nichts
anbauen konnte;
die Fischerei ist seit eh und je die Haupttätigkeit
auf der Insel. Man kann
jedoch behaupten, dass die Landwirtschaft, besonders auf
Elba und Giglio,
mit dem Massentourismus einen Aufschwung erlebte, da dieser
Mechanismus von
der beträchtlichen sommerlichen Nachfrage nach Wein ausgelöst
wurde. Die
Rebenkultur kann so dem Massentourismus verdankt werden,
und um gerade
diesen Anforderungen nachzukommen, hat man vor einigen Jahren
eine
Gesellschaft zum Schutz der erlesenen Trauben und der Weine
Elbas gegründet.
Dieser Gesellschaft gehören 70% der hervorragenden,
auf der Insel wachsenden
Trauben an. Man plant verschiedene Rundwege, so genannte "Weinstrassen",
die
in besonderer Weise alle Freunde von Landwirtschaft und Weinbau
erfreuen
werden. Eine andere wichtige wirtschaftliche Quelle des toskanischen
Archipels ist der Fischfang, der Anfang des Jahrhundert wegen
der
undisziplinierten Fischvernichtung einen traurigen Moment
erlebte. Schon zur
Zeit der Römer besaßen einige Patrizier Wannen
zur Fischzucht, und die
Fischer von Elba, Gorgona und Capraia waren im westlichen
Mittelmeer wegen
ihrer Bravur im Sardellenfang berühmt, die dann unter
Salz gelegt wurden.
Die Ankunft von vielen anderen Fischern verursachte die Flucht
der Fische in
der Küstennähe und das Ende dieser wirtschaftlichen
Hauptaktivität, die zur
Entwicklung und dem Reichtum der toskanischen Inseln beigetragen
hatten. Die
elbanischen Fischer waren für den Thunfischfang bekannt:
die Boote hatten
bis zu 100 Männer an Bord, aber auch diese tapferen
Seeleute haben nach
anderen Aktivitäten Ausschau gehalten, denn der ungezügelte
Fischfang hat in
den letzten Jahren die Thunfische im toskanischen Meer fast
gaenzlich
ausgerottet. Zu den bekanntesten Handwerkszweigen gehoert
die
Keramikherstellung auf Elba: die dazu benoetigten Werkzeuge
sind ein
Drehstuhl und die blossen Hände wie es seit jeher Tradition
ist. Neue Formen
werden geschaffen, um so den Nachfragen raffinierter Innenarchitekten
nachzukommen.
Gegenstaende aus wertvoller Keramik oder aus vulkanischer
Erde, die auch sehr niedrigen Temperaturen ausgesetzt werden
können, sind
heute durchaus gefragt. Der außer Frage stehende gute
Geschmack der
Handwerker, die raffinierten Dekorationen und die Zusammensetzung
der Farben
bilden diese einzigartigen Schmuckstücke, die auch kleine
Defekte aufweisen
koennen, eine "Garantie" ihrer Anfertigung von
Hand. |
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Photo zur Verfügung gestellt von APT Arcipelago Toscano und
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