Auch
wenn die Insel Giglio kleiner ist als Elba, ist sie doch
die
zweitgroesste Insel des toskanischen Archipels und ein ideales
Ziel fuer
alle, die Natur und vor allem Ruhe suchen, die in den Ortschaften
Elbas
wegen der zahlreichen Touristen in der Hochsaison sehr schwierig
zu finden
ist. Giglio ist ueberwiegend gebirgig und die zentrale Bergkette
der Insel
faellt zum Meer hin ab: mit Ausnahme der Landzunge Franco,
von Kalksteinen
mit Hoehlen gekennzeichnet, besteht die Insel gaenzlich aus
Granitgestein;
von der hoechsten Erhebung, dem Poggio della Pagana mit seinen
500 Metern
Hoehe, hat man eine schoene Aussicht ueber das ganze Archipel.
Trotz der
ueberwiegend gebirgigen Beschaffenheit der Insel Giglio gibt
es hier auch
Ackerland, vor allem in der Gegend von Campese, in der Piana
del Santo, bei
Franco und Fontuccia. Genauso wie auf der Insel Elba haben
Braende,
Viehzucht und Landwirtschaft das fast voellige Aussterben
der Waelder
verursacht, die frueher die Insel bedeckten: heute ist Giglio
von einer
ueppigen mediterranen Macchia bewachssen. Landwirtschaft
und Fischerei sind
heute nicht mehr die Hauptwirtschaftszweige der Insel, sondern
der Tourismus
bildet die Haupteinnahmequelle fuer die Einwohner Giglios. |
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Auf Giglio wurden Spuren menschlichen Lebens waehrend der
praehistorichen Zeit gefunden, sowie Zeugnisse, die
die Anwesenheit der Etrusker
beweisen,
die wahrscheinlich diese Insel als militaerischen Vorposten
waehlten. Die
Periode hoechster Bluete erlebte die Insel unter der roemischen
Herrschaft
der Familie Domizi Enobarbi: die Insel wurde zu einem bedeutenden
maritimen
Knotenpunkt zwischen den verschiedenen Provinzen des Reiches.
Noch heute
sind Spuren dieser bluehenden Zeit zu sehen: in der Roemischen
Villa, die
die Residenz der Enobarbi war, und in den Relikten in den
umliegenden
Gewaessern. Spaeter ging die Insel, die auch eine bevorzugte
Beute der
Piraten war, in den Besitz zahlreicher Herren ueber, wie
z. B. Barbarossa
(Rotbart), der die Insel voellig zerstoerte. Der 18. November
1799 bedeutet
das Ende der Ueberfaelle von Piraten- und Sarazenenangriffen,
als die
Einwohner der Insel die "Tuerken" waehrend eines
heldenhaften Kampfes
besiegten, und sie endlich ihre Freiheit erlangten und zu
den neuen Herren
ihres eigenen Landes wurden. Eine lange Friedenszeit begann,
die den
wirtschaftlichen Wiederaufschwung, den Bevoelkerungsanstieg
und den Erzabbau
beguenstigte. Man nahm die Arbeit in Granitsteinbruechen
auf, die schon in
der roemischen Zeit aktiv gewesen waren, und die Exporte
dieses wertvollsten
Materials Giglios begannen wieder, das noch heute die Palaeste
des antiken
Roms und zahlreiche italienische Basiliken schmueckt. Zweifellos
sind heute
die wunderschoenen Meeresgruende der Insel die Hauptanziehungspunkte
fuer
Touristen: das urspruengliche Habitat ist dank einer geregelten
Umweltschutzpolitik erhalten worden und stellt einen regelrechten"
Meeresschatz" dar, der jedes Jahr Tausende von Tauchern
anlockt. Aus dem
sandigen Grund tauchen die grossartigen Granitwaende auf,
die die Kuesten
umgeben - die Felswaende sind voller Brassen, Barsche, Muraenen,
Meerraben
und Meeraale. Die aus dem Sand aufsteigenden Felsen, bilden
Untiefen voller
Leben: Mondfische, Zahnbrassen, Gruppen von Thunfischen und
Barrakudas. Die
Liebhaber der Unterseefotografie werden ueberall begeisternde
Objekte fuer
ihre Bilder finden: Hauptprotagonisten sind die gelben Schwaemme.
Fuer
diejenigen, die nicht mit Tauchgeraeten und Videokamera die
Tiefen entdecken
wollen, bietet die Insel vielfaeltige, steilabfallende Kuesten,
unzaehlige
Buchten und kleine sandige, vor Wind und Wellen geschuetzte
Straende. Der
Strand von Arenella ist pittoresk und strahlt eine romantische
Atmosphaere
aus. Schoen sind auch die Straende von Campese, Cala Cannelle
und Cala
Caldane. In der Naehe von Giglio Porto liegt die sehenswerte
kleine Bucht
Saraceno. Auch die Liebhaber naturalistischer Wanderungen
und des
Birdwatching stehen eine grosse Auswahl an Vorschlaegen zur
Vergnuegung -
unter der Bedingung, auch die richtige Ausruestung mitzubringen
und nicht in
den heissen Stunden des Tages auf Trekking-Touren zu gehen.
Eine einfache
und kurze Wanderung fuehrt von Giglio Porto in anderthalb
Stunden nach
Castello: auf der Strasse, die die zwei Ortschaften verbindet,
biegt man in einen Eselspfad in der Naehe
der Abzweigung nach Arenella ein. Der Weg durch
die mediterrane Macchia fuehrt durch einen Steineichenwald,
der von Pettaio
nach Vado di San Giorgio fuehrt. Von einem Granitplateau
geniesst man ein
wunderschoenes Panorama auf Cala Arenella, Caletta und Torre
Lazzaretto. Auf
dem Weg erreicht man einen kleinen Platz vor den Mauern von
Giglio Castello.
Von dieser Ortschaft fuehrt ein mittelschwerer Weg in ca.
drei Stunden zur
Punta Capel Rosso hinab: man folgt der Panoramastrasse, die
von Castello
hinunterfuehrt, und in der Naehe von Vado del Catinello biegt
man in einen
kleinen Weg ein. Hinter Vado von Pietrabona geht man an der
Anhoehe Poggio
del Serrone entlang inmitten von Pinienwaeldern und Weinbergen.
Der Pfad
fuehrt in etwa anderthalb Stunden hinauf zu einem Aussichtspunkt,
der einen
herrlichen Blick ueber das Meer und auf die Insel Giannutri
freigibt: der
Leuchtturm von Capel Rosso liegt genau gegenueber, und von
hier fuehrt der
Pfad inmitten von Ginster und Zistrosen hinab in Richtung
Suedspitze der
Insel. Man kann Punta del Capel Rosso auch auf einem zweiten
Pfad von
Castello aus erreichen, aber fuer diese Strecke benoetigt
man sechs Stunden.
Der Weg beginnt suedlich von Castello in der Ortschaft Le
Porte: hinter
einer kleinen Erzgrube beginnt der Weg abwaerts zu gehen;
man durchquert Cala delle Cannelle, Punta
di Capo Marino und Cala delle Caldane. Nach fast
einer Stunde Fussmarsch erreicht man die Anhoehen von Castellucci
und einen
Bergsattel der Huegelkette Giglios. Dieser Ort ist ein Muss
fuer alle
Naturfreunde: hier kann man das wilde Kaninchen und den Maeusebussard
entdecken. Eine Abzweigung fuehrt rechts nach Poggio Terneti,
von wo der Weg
durch die dichte mediterrane Macchia zu einem Granitfelsblock
hinabfuehrt:
dem Poggio del Sasso Ritto: von hier aus geniesst man eine
wunderschoene
Aussicht auf Cala delle Caldane, Cala delle Cannelle und
Punta del
Lazzaretto. Nach diesem Halt nimmt man die Abzweigung nach
Mortoleto, von wo
der Pfad durch einige terrassenfoermig angelegte, verlassene
Weinberge
fuehrt, um dann schmaeler zu werden bis hin zum Leuchtturm
und Punta di
Capel Rosso: rechts biegt man in eine, in den Granit gehauene
Treppe, die
ueber der Cala Saracinesca ans Meer fuehrt - direkt gegenueber
der Insel
Giannutri und der Gegend Argentario
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